Bergtouren an der Grenze

Schweizerthor-Lünersee.
Ueber die sonnigen Terrassen von Montagna und das an Obstbäumen und üppigen Wiesen reiche Busserein wanderten wir zunächst Schuders zu. Auf dieser Strecke steigt man etwa 600 m, wovon aber 400 m auf die Schuderser Cresta kommen, über welche ein meist sehr steiniger Weg in vielen Windungen hinaufführt. Zum Glück ist diese Cresta ziemlich stark bewaldet, was die Unannehmlichkeit des Weges doch wesentlich mildert. Oberhalb des Waldes führt der Weg durch ein wüstes Rüfengebiet, das in beständiger Bewegung begriffen ist, so dass der Weg dort öfters neu angelegt oder verlegt werden muss und doch immer in sehr misslichem Zustand bleibt. Schuders ist eine kleine, ganz auf Viehzucht angewiesene Kirchgemeinde von wenig über 100 Einwohnern. Die Häuser und Ställe liegen zerstreut auf einer steilen Berghalde hoch über dem tief eingeschnittenen Tobel des Schraubachs. Kartoffeläcker und Hausgärten sind auf ganz kleine Flächen eingeschränkt und liefern geringe Erträge. Einige schmächtige Kirschbäume, deren kleine Früchte erst im August reif werden, erinnern daran, dass wir uns am obersten Rand der Obstbaumregion befinden. Um so stattlicher sind die noch zahlreichen Ahorne, die in malerischen Gruppen bei einander stehen und den schönsten Schmuck der Wiesen und Bachufer bilden. Auch ein kleines Buchenwäldchen thront noch oberhalb Schuders, in dem die Buchen bis über 1500 m steigen. Aber der Boden unter dem Dörfchen gegen das Tobel hin ist häufigen Rutschungen und Rüfen ausgesetzt. Manches schöne Gut ist schon von dem immer weiter um sich fressenden Tobel verschlungen worden; manches Haus und mancher Stall musste schon weiter aufwärts versetzt werden, um dem gierigen Rachen des Abgrunds zu entgehen, manche üppige Wiese wurde von tückischen Rüfen tief aufgerissen und mit Schlamm und Trümmerhaufen überschüttet. Auch der letzte, nasse Sommer hat wieder grosse Verwüstungen angerichtet und Wiesen, Bäume, Gebäulichkeiten und Wege theils für immer zerstört, theils für längere oder kürzere Zeit unbrauchbar gemacht.
Von Schuders an führt der Weg noch eine Weile ziemlich steil aufwärts, dann zieht er sich fast horizontal oder doch nur mit kleinen Steigungen und Senkungen theils durch den obern Waldrand, theils über schöne Bergweiden hin. Auf dem in grossen Tobeln drei Mal ein- und ausbiegenden, gut angelegten Alpweg erreicht man in etwa zwei Stunden das Vorder- oder Schuderser-Aelpli und in einer weitern halben Stunde das Hinter- oder Grüscher-Aelpli und bleibt dabei immer in einer Höhe von etwa 1600 m und im Angesicht der grossartig herrlichen Gestalten von Drusen- und Sulzfluh, die mit ihren weissschimmernden, stolzen Kalkmauern den Hintergrund der Landschaft prächtig abschliessen.
Um 12 Uhr waren wir im Grüscher-Aelpli, hatten also bis hieher mit Einschluss je einer halben Stunde Rast in Schuders und im Schuderser-Aelpli fünf Stunden gebraucht. Bei der Partutsquelle hielten wir uns nur so lange auf, als nöthig war, um einen erfrischenden Trunk zu nehmen. Diese Prachtsquelle sprudelt aus vielen Löchern in einer kleinen Bodennische hervor und bildet gleich von Anfang an einen starken Bach, der nach einem ganz kurzen Lauf in den schwächern Aelplibach fällt. Der Boden der Quellennische ist unregelmässig hügelig und von vielen grössern und kleinern Steinblöcken besäet, die ganz oder zur Hälfte im Wasser stehen und wie die Zwischenräume mit einem dichten Moosteppich bekleidet sind. Ueber diesen Teppich rieselt und sprudelt das wunderbar klare Wasser und sammelt sich rasch zu starken Adern, die sich wiederum zum ansehnlichen Bach vereinigen. Zwischen den schwellenden Mooskissen, die sich über die Steine ausbreiten, finden sich zahlreiche Vertiefungen und Becken von verschiedenen Dimensionen, die bis an den Rand mit dem klarsten, frischesten Wasser gefüllt und deren Grund wieder von dem schwarzgrünen Mooskleid oder von feinem, weissem Kies bedeckt ist. Es ist das vielleicht die schönste und stärkste Quelle im ganzen nördlichen Rhätikon und ihr Wasser ist ungemein erfrischend und wohlschmeckend. Freudig begrüsst man sie, wenn man nach längerem Marsch sie erreicht, und gern macht man, wenn man in die Gegend kommt, einen Umweg, um sie zu geniessen. Nur ungern aber verlässt man sie, namentlich wenn man weiss, dass nun bis auf die Höhe des Schweizerthors kein Wasser mehr zu finden ist. Freilich kann man, um dorthin zu gelangen, dem Aelplibach folgen bis zu seiner Quelle oder noch weiter bis zur Quelle, die am Fuss der Wand unter dem Schweizerthor hervorbricht, und dann von dort östlich und südöstlich ansteigen; aber das ist ein Umweg und führt über eine 200 m hohe und steile Schutthalde, auf der man nur mit Mühe aufsteigen kann, da der meistens feine und lose Schutt unter den Füssen weicht. Gute Kletterer können zwar, wenn sie die Stelle finden, rechts durch die Wand hinauf klettern, bis sie das Rasen- und Schuttband erreichen, über welches der auf der Excursionskarte eingezeichnete Weg führt. Aber das ist nicht Jedermann anzurathen, und auch gewandte Kletterer werden ohne Führer die Stelle nicht leicht finden und dann statt Vortheil Nachtheil haben.
Wir zogen vor, von der Partutsquelle allmälig, und doch für die Mittagszeit immer noch steil genug, nordöstlich empor zu steigen, zunächst zwischen den letzten Tannen und Ahornbäumen durch, dann über die grossblockige Trümmerhalde, die nur stellenweise feinem, beweglichen Schutt enthält und darum leichter zu passiren ist, als die Halde längs der Felswand. Man findet so leicht das schon von Weitem sichtbare Schutt- und Rasenband, das an der Felswand nordwestlich zur zahnlückenartigen Scharte des Schweizerthors führt. Dieses Band ist ziemlich breit, aber auch ziemlich abschüssig und geht nach unten oder für uns nach links in eine senkrecht abfallende Wand über, während rechts oben sich die gewaltigen Felsmassen aufthürmen, die das nordwestliche Ende der Drusenfluh bilden.
Weg ist keiner da, aber im Schutt und im spärlichen Rasen finden sich doch kleine Absätzchen, die wie schmale Geissenwege aussehen, auch etwa Spuren früherer Begehungen zeigen. Auf diesen kommt man ganz gut fort, doch sollte man schwindelfrei sein, mit den Augen das Terrain gehörig sondiren, um immer die besten Absätzchen zu finden, und sich eher nach oben halten, damit man sich bei allfälligem Straucheln nicht gleich am Rand des Abgrundes findet. Bei genügender Vorsicht ist das Band oder Terrässchen gefahrlos. Wir sind z. B. längere Zeit auf demselben geblieben, um theils stehend, theils sitzend den schönen Blick hinaus ins Thal und hinauf an die gewaltigen Felswände zu geniessen oder um einzelne Alpenblumen zu pflücken, die ihre farbenprächtigen Köpfchen aus Gras und Schutt hervorleuchten liessen. Ist das Band überschritten, so kommt man an eine kahle, glatte und steile, aber doch nicht senkrechte Felsenstufe, in welche drei Wasserrinnen wie Hohlkehlen eingeschnitten sind. Gewöhnlich führen diese Hohlkehlen kein Wasser, und durch sie, am besten durch die am meisten links herabkommende, kann und muss man nun zum Theil auf allen Vieren hinaufklettern, welches clubistische Kunststück auch von meiner Frau mit Bravour, wenn auch nicht ohne vorheriges bedenkliches Kopfschütteln ausgeführt wurde. Um 2 Uhr waren wir auf der Passhöhe (2151 m) und hatten also von der Grüscher-Alp zwei Stunden gebraucht, waren aber auch absichtlich langsam gegangen und hatten uns mehrfach mit Botanisiren aufgehalten. Sonst legt man diese Strecke auch leicht in 1 ½ Stunden zurück.
Auf der Passhöhe blieben wir nun eine volle Stunde, denn es ist ein sehr eigenartiger und interessanter Pass und man kommt nicht so oft dorthin. Schon die Aussicht nach der schweizerischen und nach der österreichischen Seite ist schön. Besonders fesselt aber die nächste Umgebung des Passes selber: die gewaltigen Wände der Drusenfluh und Kirchlispitzen und der tiefe Absturz im Süden gegen die Grüscheralp, dann im Norden das kecke Haupt der Zimbaspitze und vieles Andere. Auch zeichnet sich der Pass durch eine merkwürdige orographische und hydrographische Eigenthümlichkeit aus. Während derselbe nämlich im Süden in schroffen, kahlen Kalkwänden abbricht, breitet sich oben ein kleines, wellenförmiges Rasenplateau aus, das sich nach Norden in sanften Böschungen zum Rellsthal senkt. Den Südrand der Passhöhe bildet eine kahle Felsenschwelle, an welche sich auf der Nordseite eine kleine, versumpfte Einsenkung anlehnt, eine Art kleine Doline, wie sie grösser und zahlreicher am Grubenpass auftreten. Diese Schweizerthor-Doline sammelt mehrere Quellen, darunter eine mit vorzüglichem Trinkwasser an der nördlichen Dolinenwand. Sie hat, wie die Dolinen im Karst, keinen oberirdischen Abfluss und bildet doch auch keinen See, sondern hat nur einen etwas versumpften Boden. Das Wasser fliesst unterirdisch ab. Möglicherweise geht, wie die Hirten der dortigen Gegend meinen, ein kleiner Theil desselben nach Norden ins Rellsthal, aber die Hauptmasse sieht man als ziemlich starken Bach am Südrand der Doline in einer Kluft der dortigen Kalkmauer verschwinden. Durch unterirdische Gänge findet es seine ewig verborgenen Wege, bis es endlich, nach Unterteufung der Kalkmauer und der Landesgrenze, 200 m weiter unten auf Schweizerboden im circusähnlichen Hintergrund der Grüscher-Alp wieder zum Vorschein kommt. Das Schweizerthor zeigt also, abgesehen von den landschaftlichen Reizen, die es mit andern Pässen, z.B. mit dem Cavelljoch und dem Drusenthor, gemein hat, Eigenthümlichkeiten, die man anderswo nicht so leicht wieder findet. Es sind, kurz zusammengefasst, folgende: die völlig veränderte Natur auf der Süd- und Nordseite des Passes: senkrechter, kahler Felsabsturz auf der einen und wellenförmiges Rasenplateau auf der andern Seite; die Dolinenbildung oder beckenförmige Einsenkung mit versumpftem Boden auf der Passhöhe; der unterirdische Wasserabfluss, und zwar unter der höhern, felsigen Dolinenwand durch.
Um 3 Uhr brachen wir wieder auf, um hinter den Kirchlispitzen durch und über das Verrajöchl (nicht Nerrajöchl, wie infolge eines Missverständnisses im Itinerar und auf der Excursionskarte steht) dem Lünersee zuzusteuern. Es marschirt sich da leicht und angenehm, denn die Steigungen und Gefälle sind keine schroffen mehr, und man geht fast immer über blumenreichen Weideboden. Nur am Verrajöchl (2331 m) liegen kleinere und grössere Blöcke eines porösen, löcherigen, dunkelgrauen Arlbergkalkes umher, der nördlich ansteht und dort einige sonderbare, ruinenförmige Figuren bildet. Diese Felsbildungen sind auf der Karte zu wenig ersichtlich; es erscheint auf derselben dort herum Alles als Grasboden. Auffallend sind auch in den weissen Kreidewänden der Kirchlispitzen die blutrothen, breiten und langen Bänder von Seewerkalk. Ich betrachtete mir die Kirchlispitzen genau, um die Stellen herauszufinden, von und über welchen denselben beizukommen wäre, und ich glaube, drei solche Stellen gefunden zu haben, die ich mir merkte, um sie gelegentlich einmal zu probiren oder Andern mitzutheilen. Für diesmal aber liess ich sie links liegen und wanderte selbander in aller Gemüthlichkeit und Fröhlichkeit dem Lünersee zu. Um 4 Uhr erreichten wir denselben und um 4 ½ Uhr langten wir in der Douglashütte (1969 m) an und hatten also vom Schweizerthor 1 ½ Stunden, von Schiers aus 9 ½ Stunden gebraucht, wovon jedoch auf Rasten 2 ¼ Stunden, auf den Marsch selber 7 ¼ Stunden kommen. …

In der grossen, bewirtschafteten Douglashütte, eigentlich einem kleinen Sommer-Gasthaus mit 24 Betten und zwei grössern Speise- und Aufenthaltszimmern, ging es hoch her, denn der schöne Tag hatte viel Volk, Herren und Damen, herbeigezogen. Auch ein Künstler aus München war da, der prächtige Aufnahmen von den schönsten Punkten der Umgebung machte. Die freundliche Martina, die Wirthstochter von Brand, und ihre Gehülfin hatten alle Hände voll zu thun, um die vielen hungrigen und durstigen Gäste zu befriedigen, und selbst die anwesenden Führer mussten dabei etwa Hand anlegen. Es war ein herrlicher Abend, und das muntere Touristenvolk war in bester Stimmung und voll Bewunderung für den prächtigen See und seine grossartige Gebirgsumrahmung. Unwillkürlich denkt man hier an das Lied: „In den Felsen, die voll Schnee, liegt ein himmelblauer See”, ja es ist Einem, als wäre das Lied speciell mit Rücksicht auf diesen wundervollen Hochgebirgssee gedichtet worden. Wenn an einem schönen Sommertag, namentlich gegen Abend, die dunkelblaue Wasserfläche ruhig daliegt und die in der untergehenden Sonne erglühenden Kalkspitzen und Gräte ringsherum in der klaren Fluth sich mit einer Schärfe der Umrisse spiegeln, dass man im Spiegelbild jede kleine Einzelheit erkennt, so gibt das ein Bild, wie es so schön und rein, so wunderbar prächtig weder Feder noch Stift darstellen und nicht einmal die Phantasie sich ausmalen kann. Wohl gibt es ja noch viele schöne Bergseen im weiten Alpenland, und mancher hat einen noch grossartigeren, noch majestätischeren Gebirgskranz, wir erinnern nur an das Kleinod des Oeschinensees im Berner Oberland, aber keiner liegt so hoch und ist dabei so gross und klar. Und in dieser Höhe, so hoch über der Waldregion, im freien Reich der Alpenrose, ist nun einmal die Natur anders und wird anders empfunden, als weiter unten, wo die Luft schwerer, die Hitze drückender und die Alltäglichkeit näher ist. Auch der Daubensee an der Gemmi lässt sich mit dem Lünersee nicht vergleichen. Wohl liegt er noch fast 300 m höher, aber er ist kleiner, namentlich schmäler. Was ihm aber besonders abgeht, das ist die Klarheit des Wassers und die Freundlichkeit der Umgebung. Denn während am Lünersee die Grossartigkeit und Wildheit der Hochgebirgsnatur auf’s Schönste vereinigt ist mit der Lieblichkeit blumengeschmückter Alpenmatten, passt der Daubensee mit seiner trüben, grauen Wasserfläche gut zu der kahlen, trostlosen Einöde seiner düstern Umgebung.
Die Annehmlichkeit des Aufenthaltes am Lünersee wird noch erhöht durch die freundliche und gute Bewirthung und durch die Gesellschaft, die sich da jeweilen zusammenfindet und die sich aus Schweizern, Oesterreichern und Deutschen, meistens Mitgliedern des S.A.C. und des D. u. Oe. A.V., recrutirt. Aber bei aller Verschiedenheit der Herkunft, der politischen und religiösen Zugehörigkeit, der Lebensstellung und des Charakters ist hier Alles einig in der Liebe und Begeisterung für die Gebirgsnatur, und Alles verfolgt hier das eine Ziel: die Scesaplana.

Scesaplana-Brand.
So brachen denn am folgenden Morgen um 3 Uhr 45 Min. ganze Colonnen nach der Beherrscherin des Lünersees auf. Das Wetter war zwar etwas zweifelhaft geworden, aber man war guter Dinge und hoffte das Beste. Bei der kühlen Morgenluft kam man auf dem neuen, guten Weg rasch hinauf auf die Todte Alp. Hier ging der Weg aus, aber dafür folgte guttragender Schnee, auf dem man fast ebenso leicht marschirte, wie auf dem Weg. Unter dem Kamin wurde Kriegsrath gehalten. Die Einen meinten, man müsse umkehren, das Wetter werde je länger, je schlimmer; die Andern, vor Allen meine Frau und ich, sahen den Himmel voll Bassgeigen und erklärten alle Wetterzeichen, auch die schlechten, als gut. Schliesslich siegten die Optimisten, und vorwärts ging’s, dem schönen Ziele zu. Aber es kostete noch einige Mühe, denn auf den steilen Halden unter und über dem Kamin war der Schnee etwas weich geworden. Endlich war der oberste Grat und bald darauf, um 6 Uhr 15 Min., die königliche Spitze selbst erreicht. Und welch ein wundervolles Wetter! Während der letzten Stunde des Aufstiegs hatte ein günstiger Morgenwind die Nebel- und Wolkenmassen weggefegt, nur noch schwache, dünne Schleier blieben hoch über allen Gipfeln und brachten einige Schattirung in den sonst rein blauen Himmel, aber ohne die Aussicht irgendwie zu beeinträchtigen. Etwas frisch war’s da oben, denn es wehte ein kühler Wind. Da wir aber gut gekleidet waren, so konnten wir eine volle Stunde auf der hohen Warte bleiben und die weite Aussicht mit aller Musse geniessen.
Diese war wirklich grossartig. Auch der Bodensee war so freundlich, seinen weiten, blauen Spiegel zu uns herauf leuchten zu lassen, was man ihm hoch anrechnen muss, da er sonst gerne in ein graues Nebelgewand sich hüllt. Das untere Rheinthal, Theile von Appenzell und Thurgau, sowie die Landschaften jenseits des Bodensees bis zum deutschen Jura lagen dem Blicke offen und liessen durch das Fernrohr manche Ortschaften deutlich erkennen. Majestätisch aber stand in weitem Bogen der hehre Alpenkranz da wie eine geschlossene Phalanx: die Silvrettagruppe vom dreigezackten Fluchthorn bis zu der massigen Pyramide des Piz Linard, die lange Albulakette mit dem ernsten Piz Kesch und seinen Trabanten, zur Linken bis zu den Wächtern des Flüelapasses, Schwarz- und Weisshorn, zur Rechten bis zu den stolzen Häuptern von Oberhalbstein und Avers, Piz d’Aela, Tinzenhorn, Piz Piatta etc., dann die von der Morgensonne hell beleuchtete Adula- und Medelsergruppe, darunter die regelmässigen Pyramiden des Rheinwald- und des Güferhorns, die steil aufstrebenden, scharf geschnittenen Nadeln des Tambo- und Einshorns, der kantige Piz Terri und so viele Andere. Dahinter waren deutlich zu erkennen einzelne Zermatter Fürsten, speziell Monte Rosa (Dufourspitze und Nordend), Dom und, wie mir schien, auch das Zermatter Weisshorn. Gewiss sind noch andere Spitzen der dortigen Gegend und vielleicht selbst der Montblanc sichtbar, aber in dem unentwirrbaren Gipfelmeer nicht leicht zu bestimmen. Hätte man einmal ein gut gezeichnetes Panorama, dann könnte man der Sache besser auf die Spur kommen. Hoffentlich wird uns der D. u. Oe. A.V. bald mit diesem von vielen Seiten sehnlichst erwarteten Werk erfreuen. Beschlossen hat er es schon seit längerer Zeit. Die Berner Oberländer und die Tödikette präsentiren sich weniger vortheilhaft, da man sie nicht von der Front, sondern nur von der Flanke sieht, wobei die zahllosen Spitzen sich in einen dichten Knäuel zusammenschieben, so dass auch die hervorragendsten Riesen nur undeutlich sich von der Masse abheben. So stehen z.B. Trinserhorn, Vorab, Bifertenstock, Oberalpstock, Dammastock und Finsteraarhorn in einer geraden Linie hintereinander, ebenso ist die Linie nach der Jungfrau mit zahlreichen zwischenliegenden Spitzen, darunter der Tödi, besetzt, so dass es kaum möglich ist, dieselben alle von einander zu unterscheiden. Bei den höchsten Häuptern, wie Finsteraarhorn, Tödi und Bifertenstock, gelingt dies schon noch, namentlich mit Hülfe eines guten Fernrohrs. Wenn man aber da mit blossem Auge viele bestimmte Spitzen zu unterscheiden glaubt, so fürchte ich, dass man mehr mit der Phantasie, als mit den Augen sieht. Wenn ferner hie und da von Touristen aus dem Reich draussen auch der Brocken gesehen wird, so beneide ich dieselben wegen ihres Vermögens, um die Ecken, resp. um die Erdwölbung herum sehen zu können, und verwundere mich nur, dass dieselben bisher noch nicht den Leuchtthurm auf Helgoland und den Berliner Kreuzberg entdeckt haben. Allerdings sieht man viele ganz respectable Brocken von der Scesaplana aus, aber DER Brocken liegt unter dem Horizont! Wieder über demselben zeigt sich dann die stattliche Schaar der Algäuer und Bayerischen Alpen, unter welchen man die Mädelegabel, die Zugspitze, das Wetterstein-, Karwendel- und Miemingergebirge und andere Grössen besonders unterscheidet. Es folgen im äussersten Umkreis die Oetzthaler- und theilweise die Zillerthaler- und Hohen Tauern-Gruppen, dann der Ortler mit grossem Gefolge und vor allen prächtig die Berninagruppe, deren Häupter vom Cambrena bis zum Monte della Disgrazia sich alle deutlich vom blauen Himmel abheben. Was endlich Alles davor und dazwischen Platz gefunden, übergehe ich, um den Leser nicht mit einer zu langen Reihe von Namen zu ermüden. Wer je bei gutem Wetter auf freistehender und hochragender Bergspitze stand, weiss, wie zahllos die Gipfel sich drängen, wie Reihen auf Reihen hinter und neben einander folgen, und wer es nicht weiss, dem nützt keine Beschreibung etwas, der muss kommen und selber sehen. Das Gesagte mag genügen, um die Reichhaltigkeit und die Art der Scesaplana-Aussicht einigermassen zu charakterisiren.
Um 7 Uhr 15 Min. traten wir den Rückzug an. Der aber war lustig und ging rasch vor sich. Denn vom Gipfelgrat durch die Mulde bis zum Kamin, dann von diesem bis etwa halbwegs zum Todtalpsee ging’s mit fliegender Eile in langen Rutschpartien hinunter, die von Herren und Damen, im weichen Schnee sitzend, ausgeführt wurden und namentlich den letztern, die dem Ding Anfangs nicht getraut, dann aber es flott mitgemacht hatten, grossen Spass bereiteten. So war man schnell vorwärts gekommen und betrat, nachdem das letzte Stück auf dem gewöhnlichen Weg zurückgelegt war, um 8 ½ Uhr wieder die Douglashütte, hatte also für den ganzen Abstieg nur 1 ¼ Stunde gebraucht.
Wir blieben des herrlichen Wetters und des wundervollen Sees wegen bis etwas nach 12 Uhr hier oben und wären noch länger geblieben, wenn nicht um diese Zeit die Anzeichen eines nahenden Gewitters sich eingestellt hätten. Raschen Schrittes ging es über das Seebord und den Bösen Tritt hinunter, was jetzt leicht zu machen ist, da der D. u. Oe. A.V. einen sehr guten Weg, theils in den Felsen eingehauen, theils über den ersten grossen Schuttkegel, angelegt hat. Der ans dem Felsen hervorbrechende Abfluss des Lünersees, der dann, in mehrere Arme getheilt, in prächtigen Cascaden über die Felsenstufen stürzt, die zwei mächtigen, vom Zirmenkopf herabkommenden Schuttkegel mit ihren gedrehten Spitzen, dann weiter unten die üppig grünen Weiden und Wiesen mit ihrer Staffage von Heuern und Heuerinnen, die dunklen Tannen- und Laubholzwälder an den untern Abhängen und die steil darüber emporsteigenden Bergwände, weiter das Sommerdörfchen Schattenlaggant mit seinen wasserreichen Brunnen u. A. m. gaben Stoff genug zur Betrachtung und Unterhaltung, so dass die Zeit schnell dahinflog und Brand fast unversehens erreicht wurde. Um 2 Uhr kehrten wir im obern, ältern Gasthaus bei der uns wohl bekannten Familie Kegele ein und wurden von derselben, wie gewohnt, auf’s Freundlichste aufgenommen. Wir kamen gerade zur rechten Zeit, denn kaum waren wir im Haus, so stellte sich richtig ein kleines Gewitter mit tüchtigem Regenschauer ein. Doch hielt dasselbe nicht lange an, so dass wir einen herrlichen Abend verleben und neue Pläne für den folgenden Tag schmieden oder richtiger die nöthigen Vorbereitungen für die Ausführung schon geschmiedeter treffen konnten. Man ist zwar wohl aufgehoben in Brand, und das Thal bietet der Reize so viele, insbesondere auch vielfache Gelegenheit zu höchst interessanten Bergtouren (Zimbaspitz, Säulenspitz u. A.), dass man lange da verweilen könnte und als Sommerfrischler wie als Tourist volle Befriedigung finden müsste. Doch konnten wir für diesmal nicht länger bleiben.

Spusagang-Kleine Furka.
Nach guter Nachtruhe verabschiedeten wir uns von unseren lieben Gastwirthen, in der Hoffnung auf öfteres und fröhliches Wiedersehen, und traten um 5 ½ Uhr die Weiterreise an, um auf etwas ungewohnten Wegen wieder ins Prätigau zurückzukehren. Auf den sogenannten Spusagang hatten wir es abgesehen. Kuoni’s schöne Erzählung unter diesem Titel im „Schwizerdütsch” (Bändchen 29 und 30) hatte uns denselben besonders interessant gemacht, und drum wollten wir ihn genauer kennen lernen. Also schritten wir zunächst dem alpenreichen Zalimthälchen zu, das eine schöne Mulde bildet zwischen den zwei nördlichen Ausläufern der Scesaplana und im Hintergrund durch die kühne Pyramide der Zalimspitze, den höchsten Punkt des Panüeler Schroffen, abgeschlossen wird. Das Thälchen mündet am Nordfuss des Mottenkopfs durch eine enge, ungangbare Schlucht ins Brandnerthal. Man steigt darum auf der linken Seite dieser Schlucht in der Richtung gegen das Matschonjoch über grüne Matten und an schönen Gütern vorbei ein ordentliches Stück empor. Etwa nach einer Stunde kommt man, den Matschonweg rechts lassend, über einen Steg und betritt damit die Alp Unter-Zalim. Dann geht es fast eine Stunde lang über einen schönen, ebenen Thalboden, der gerade von einer grossen Zahl von Heinzen besetzt war, die wie Soldaten in Reih und Glied dastanden. Rechts und links steigen die zum Theil noch bewaldeten Hänge erst mässig, dann steiler an und machen weiter oben senkrechten Felswänden Platz, in denen besonders das breite, rothe Band von Seewerkalk auffällt, das in beträchtlicher Höhe vom Wildenberg zum Mottenkopf hinüberzieht und das man in genau gleicher Höhe, Ausdehnung und Form auch im jenseitigen Thälchen von Sonnenlaggant beobachtet, so dass diese Schicht die ganze Kette von einer Seite nach der andern durchzieht und also ein eigenes, vollständiges Stockwerk in derselben bildet. Der Mottenkopf sieht viel trotziger und böser aus, als er wirklich ist, denn er ist ganz gut, wenn auch nur auf steilem Weg, zugänglich und trägt noch eine ziemlich grosse, grüne Scheitelfläche. Bald hatten wir auch die Alp Unter-Brüggele hinter uns und erreichten nach einer schönen, zweistündigen Morgenwanderung um 7 ½ Uhr die Alp Ober-Zalim (1577 m E.-K.).
Ober-Brüggele liegt nicht an diesem Weg, winkt aber aus der Höhe, 200 m über Unter-Zalim, herab und liegt am Weg über den Pass „Im obern Sack”, dem kürzesten Weg von Brand nach dem Nenzinger Himmel. Auf der jenseitigen Alp Setsch trifft er mit dem Weg vom Matschonjoch oder Virgloriapass zusammen. Beide Pässe sind sehr interessant, reich an landschaftlichen Reizen und leicht zu begehen. Der Virgloriapass speciell bietet grosses geologisches Interesse, weil man an ihm die verschiedenen Formationen der alpinen Trias nahe bei einander findet. Eine dieser Formationen, der Virgloriakalk, ein schwarzer, von vielen weissen Spathadern durchzogener, sehr harter Kalk, der im Walgau vielfach technisch verwendet wird, hat von diesem Pass den Namen. Wir liessen diesen, wie den obern Sack rechts liegen, denn der Spusagang war unser nächstes Ziel.
In Ober-Zalim nahm uns eine Sennerin für ein halbes Stündchen in ihre Hütte auf und reichte uns bereitwillig treffliche Milch. In dem Häuschen befindet sich ein kleines Stübchen, in das man durch die Küche eintritt. Beide Räume, sowie die wenigen Geräthschaften und das Geschirr waren rein gehalten, das Bett gut gemacht und das Zimmer ordentlich gelüftet. Dazu war die Sennerin freundlich, zuvorkommend und gesprächig, und erschien uns darum in weit günstigerem Lichte, als die Caricatur in Petzendorfers „Naturgeschichte des alpinen Menschen”. Sie war aber nicht übel verwundert, als sie vernahm, dass wir über den Spusagang gehen wollten. Der Pass sei nach Allem, was sie davon gehört habe, schwierig und gefährlich und höchstens für Jäger und Schwärzer gangbar, jedenfalls aber nicht für „solche” Damen.
Wir liessen uns jedoch nicht abschrecken und pilgerten frohen Muthes zunächst noch über magern Weidboden ziemlich steil aufwärts, dann weniger steil durch ein auf der Excursionskarte nicht genügend oder gar nicht bezeichnetes Trümmerfeld und endlich über eine nicht sehr hohe, aber lose und steile Schutthalde und einige Felsstufen dem zerrissenen Grat zu. Das letzte Stück des Aufstiegs war allerdings für eine Frau nicht ganz leicht, erforderte einigen Muth und sichern Gang, wurde aber doch ohne irgendwelche Gefährde überwunden. Durch eine schräg links ansteigende kurze, kaminartige Rinne, deren Wände durch vorspringende Schichtenköpfe gebildet und deren Boden mit einem feinen, beweglichen Schutt bedeckt war, so dass man sich an einigen Stellen besser mit den Händen halten, als mit den Füssen auftreten konnte, erreichten wir den äusserst verwitterten und wild aussehenden Felsengrat, von dem wir nach Salaruel hinunter- und an die Kleine Furka hinübersehen konnten. Es sah da allerdings sehr ungemüthlich aus, aber ich war meiner Sache sicher und wusste, dass wir nur auf einer freilich sehr steilen und dem Fuss wenig Halt gebenden Schutthalde, die nach unten in einen Absturz übergeht, westlich um einen Felskopf herumgehen mussten, um den in Arbeit stehenden Weg auf den Panüeler Schroffen zu erreichen und dann auf demselben mit aller Sicherheit absteigen zu können. Das Traversiren dieses Schuttfeldes war für meine Frau das schwierigste Stück Arbeit der Reise. Allein mit einiger Hülfe ging es doch ganz gut, wenn auch langsam. Um 9 ½ Uhr befanden wir uns auf dem Punkt, wo der genannte Weg den Grat erreicht. Es ist das der obere Spusagang, während der untere Spusagang etwas nördlicher über den theilweise begrasten Kamm bei Punkt 2243 m durchführt.
Der Blick nach Salaruel hinunter und auf das kleine, blaue Seeauge des Hirschbades, auf die tischebene grüne Fläche des Nenzinger Himmels mit seinen vielen Hütten und der auf etwas erhöhtem Punkt stehenden St. Rochuskapelle, dann hinüber an die schöne Pyramide des Naafkopf und auf mehrere Alpen bietet viel Abwechslung und verbindet das reizend Liebliche mit dem überwältigend Grossartigen. Ueber alle Massen schreckhaft wild sind die zerrissenen, von der Verwitterung tief durchfurchten Wände des Panüeler Schroffen mit den von ihnen herabhängenden breiten Schutthalden. Da der Panüeler Schroffen über die Kleine Furka mit der Hornspitze zusammenhängt, so bildet das Ganze einen gewaltigen Halbkreis, der an die Ruinen eines zur Hälfte eingestürzten, ungeheuren Kraters erinnert. Man begreift, dass es Einem in dieser Felsenwildniss unheimlich zu Muthe werden kann, und dass die Leute sich nur mit Grauen von der Flucht zweier Liebenden über diese bis dahin pfadlosen Felsen erzählen. Jetzt ist es anders. Der D. u. Oe. A.V. hat einen zum grossen Theil in Felsen eingehauenen, weiter unten theilweise auch über Schutt- und Grashalden führenden, famosen Weg angelegt. Derselbe führt aus der Gegend des Hirschbades über den Spusagang auf den Panüeler Schroffen, von wo man dann in einer guten Stunde über den Gletscher auf die Scesaplana gelangen kann. Als wir da durchkamen, war der Weg schon bis weit über den Spusagang hinauf fertig. Ich habe den Weg bis zu der 3 m langen eisernen Leiter verfolgt, die oberhalb des Spusagangs angebracht ist, und mich überzeugt, dass er für schwindelfreie Touristen durchaus gefahrlos ist. Er wurde noch im Herbst 1890 fertig und am 21. September eingeweiht und begangen. Er hat 500 Gulden gekostet und heisst nun zu Ehren des Herrn Dr. Strauss aus Constanz, eines um die Erforschung der Vorarlberger Gebirge verdienten Alpinisten, Straussweg. Es ist das jetzt der schönste und interessanteste Scesaplanaweg, auf dem man vom Nenzinger Himmel leicht in sechs bis sieben Stunden auf die Spitze gelangen kann. In Verbindung mit dem Weg vom Lünersee her gibt das eine herrliche Längstraversirung des Berges, die jedenfalls in Zukunft oft ausgeführt und eine Lieblingstour der Scesaplanabesteiger werden wird. Besonders wird sich die Richtung von Ost nach Westen: Lünersee – Scesaplana (drei Stunden ) – Panüeler Schroffen (eine Stunde) – Spusagang – Nenzinger Himmel (drei Stunden) mit zusammen etwa sieben Stunden Marschzeit empfehlen, weil man dann am Morgen früh auf der Spitze sein kann. Die umgekehrte Richtung: Nenzinger Himmel – Spusagang – Panüeler Schroffen (fünf Stunden) – Scesaplana (eine Stunde) – Lünersee (zwei Stunden) erfordert acht bis neun Stunden.
Nach einstündigem Aufenthalt verliessen wir den schönen und interessanten Punkt, um der Kleinen Furka, die wir nun immer vor Augen hatten, zuzusteuern. Auf dem guten Weg kommt man im Zickzack rasch hinunter ins Salaruel, dann aber langsamer über ein weites, zum Theil mit Krummholz überwachsenes Trümmerfeld. Jenseits desselben führt ein wenigstens theilweise vorhandener Weg wieder aufwärts gegen die Kleine Furka. Etwa in der Höhe von 2000 m findet man eine starke Quelle mit vorzüglichem Wasser, an der man gerne einen Moment verweilt, um so mehr, als auch schönes Edelweiss in der Nähe winkt. Dann aber wird der Aufstieg schärfer und führt zuletzt wieder über eine Schutthalde ziemlich steil empor zur Passhöhe, die wir um 1 Uhr erreichten. Aus der Ferne sieht dieselbe wie ein schöner, runder Sattel aus, in Wirklichkeit aber ist sie stark geschartet und mit Thürmchen und sogenannten Reitern besetzt. Auch die Südseite des Passes wird, wie die Nordseite, von einer steilen Schutthalde gebildet.
Ueber dieselbe ging’s, nach einer halbstündigen Rast, leicht und rasch hinunter nach den grasreichen Mädern der Alp Fasons, auf denen gerade das duftende Heu eingesammelt wurde. Wir waren nun in wohlbekannter, heimischer Gegend, die wir schon oft durchwandert hatten. Aber es ist immer ein etwas langer und nicht gerade angenehmer Weg von da hinaus nach Seewis, der „trauten Heimat” des Dichters Johann Gaudenz v. Salis, der seinem Wunsche gemäss hier an des Friedhofs Mauer sein Ruheplätzchen gefunden hat.
Um 4 ½ Uhr waren wir in Seewis im heimeligen Hotel Scesaplana und hatten also von der Kleinen Furka an drei, von Brand an, mit Einschluss von etwas über zwei Stunden Rast, elf Stunden gebraucht; um 7 Uhr brachte uns der Abendzug der Prätigauerbahn von Grüsch nach Schiers. Damit war eine der interessantesten und abwechslungsvollsten Touren, die man im Rhätikon machen kann, zum Abschluss gekommen. Sie hat uns einen guten Einblick in ein herrliches Stück unserer Berge gewährt, uns viel Freude und Genuss verschafft und den Wunsch nach mehr in uns mächtig gefördert.


(E. Imhof, Section Scesaplana)
(Quelle: SAC Jahrbuch 1890)

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