Alte Bäder im Rätikon

Das Fläscher-Bad. Balneum Faliscanum.
Dessen Beschreibung wil ich geben / wie ich sie einverleibet meinen Schweiz. Natur-Gesch. T. II p. 199.
Es liget in einem schönen fruchtbaren / an dreyen Seithen gegen dem Sarganser- und Schweizerland / gegen dem Rheinthal und Teutschland / und gegen dem Pündtnerland / offnen Gelände / eine Vierthelstund von dem Dörfflein Fläsch / Faliscum, Flasconis, Flascis, welches vermuthlich seinen Urnamen herholet von den Faliscis, welche von Strabo und Plinius gesetzet worden in Hetruria zwischen dem Berg Crimino, und dem Tyberfluss / um die Statt Falisca, so jetzt Civita Castellata, ursprünglich aber herstammen von Argos in Griechenland. Diese Faliscer / oder Fläscher mögen wol mit den Tuscaneren / so auch aus Hetruria kommen / unter dem Hauptmann Raeto über das Gebirg gezogen / und allhier bey Fläsch sich niedergelassen haben / gleich die Tuscaner bey Tusis im Domleschg / welcher Flecken auch daher seinen Namen bekommen / worüber in mehrerem zulesen Guler Raet. p. 4. Von diesem Dorff Fläsch sind A. 1091. viel Güter vergabet worden an das Benedictiner-Kloster Zweyfaltum im Schwabenland von Lütold Graffen von Alchheim ob Reutlingen. Gul. p. 121 b. Es hat auch diss Dorff viel ausgestanden in den Pündtnerisch-Oesterreichischen Kriegen A. 1621 und 1622. … Sonst ligt Fläsch im zehenden Gericht des Zehen Grichten Pundts unter der Meyenfelder Herrschaft / und das Bad mit dem Badhauss an einem sehr luftigen / erhöchten Orth / ohngefehr einen Büchsenschuss weit von dem Rhein / so dass man aus dem Losament übersehen kan eine weite Landschafft / obsich gegen Meyenfeld / Ragatz / Pfefers / niedsich gegen Sargans / und auf einmal zu einem Vorschein hat Felder / Wiesen / Wälder / Wasser / Berg / in Summa alles / was zu einer vollkommenen Landschafft gehöret; nächst darbey wachsst der edle Fläscher-Wein / welcher mit Recht kan angesehen werden pro primitiis vini Rhenani, als der erste und beste Rhein-Wein / welcher meines Bedunkens an Haltung / und gesunder Wirkung die Italiänischen / und an Stärke und Lieblichkeit andere / so wol Schweitzerische / als Teutsche Rhein-Wein übersteiget / und den Bad- oder Trinkgästen zu grossem Heil und Trost dienen kan / um so vielmehr / weilen der beste von allem Fläscher-Wein in des edlen Herren Bad-Besitzers eigenen Güteren wachsst / und Er sich mit Recht rühmen kann eines kostlichen Wasser- und Wein-Schatzes. Nebst diesem edlen Weintrank mangelt es nicht an guten / annehmlichen Esswahren / wie sie in wolfeylem Preiss haben / und zubereiten können nach Gefallen: Es kan auch ein Liebhaber der Jagd in dieser Gegne ihme selbs einen Braten auftreiben von fliegendem oder lauffendem Wildprät; so findt man auch den edelsten Fisch / und gutes Brot zur Genüge. Das Losament und Badhauss sind mit allen erforderlichen Nohtwendigkeiten versehen. Diesere Situations, Ess-Trink- und Lust-Vortheile / möchte mancher ansehen als unnöhtig / welche aber gar viel / ja offt das meiste beytragen zu glückseligem Austrag der Cur / wesswegen sie mit Fleiss habe der Beschreibung vorsetzen wollen.
Es quillet das Fläscher Badwasser allernächst ob der Badhütte aus einem Felsen / auf welchem der beste Wein wachset / an dreyen unterschiedlichen Orthen herfür / von wannen es alsobald in zwey grosse Kessel geleitet wird / hiemit denen Badenden an der Hand ist / und nicht durch weiters führen geschwächet / oder mit Regenwasser vermischet wird.
Alsobald / wo das Wasser hervor quillet / henket sich an den Felsen an eine Materi / so dem Tofo, oder Tugstein gleich / ohne Geruch / sonder vielmehr / wann je ein Geschmack ihme beyzulegen / milt und süsslecht ist.
Wann dasselbe siedet / so wird es Milch-weiss / wegen vielen irrdisch- und saltzichten Theilen / welche sich hernach zu Boden setzen und an dem Kessel anhenken in Gestalt eines Tartari, Tofi, Bad- oder Wassersteins / welcher von Anschüttung des Vitriol oder anderen scharff-sauren Geists in einen Jast gerahtet / aufgehet / und einen aromatischen / ganz lieblichen Dampf / oder Rauch von sich gibt. Sothane Fermentation ist anderen Badsteinen / die gemeinlich alle irrdisch Alcalischer Natur sind / gemein / es hat aber der Fläscher-Wasser-Stein noch etwas anders in recessu, und namentlich ein süss-saurlecht-zusamenziehendes braunes Saltz / wie ich dann dessen 7. Drachmen, oder Quintlein erhalten aus 30. Pfund des Steins. Dieses Aluminos-Saltz selbs kan auch mit dem Mund gespürt werden in dem Badstein als der Anfangs zwar ungeschmackt / jedennoch aber eine zusamenziehende Süssigkeit hat / auch selbs lasset es sich sehen in dem Wasser / welches / wann es lang gesotten / braunlecht wird / und oben auf bekomt eine schwimmende / ölichte Feuchtigkeit / welche zum Theil in dem Saltz gespüret wird / und eines verhandenen Schweffels Anzeig ist. Hieraus ist zuersehen / dass wir in unserem vorhabenden Fläscher-Wasser haben:
1. Das reine / helllautere / an und für sich selbs in viel Weg gesunde Berg-Wasser.
2. Eine irrdische Materi / welche einer gesiegleten Erde / oder dem Spath kan in Ansehung ihres Ursprungs / und Wirkung verglichen werden.
3. Ein Aluminoses Saltz.
4. Einen subtilen Schweffel; wo der von anderen ihme zugeschriebene subtile Salpeter-Geist / und Stahel seye / kan ich nicht wissen / als der die blosse braune Farb vor eine undienliche Anzeig des Stahels halte.
Aus jetz gefundenen 4. Haubtquellen leite ich her des Fläscher-Wassers Eigenschafften und Wirkungen. Und 1. zwaren aus den Wasser-Theilen selbs eine anderen Berg-Bäderen / und Wasseren gemeine subtil durchtringende / das Geblüt / und Geister bewegende / die Gall innerlich demmende / den Jast derselben / und des Geblüts hinderende / und die kleinsten Aederlein durchlauffende Krafft.
2. Von denen weissen irrdischen Theilen eine auftröcknende / die Säure verschluckende / alte fliessende Schäden / und Geschwär heilende / und den Leib stärkende Eigenschafft.
3. Von denen Aluminisischen Saltz-Theilen eine Schleim auflösende / abtreibende / die Verstopfungen wegnemmende / und zugleich auch die zarten Leibs-Zäserlein kützlende / und zu Abtreibung des ihme beschwerlichen Feinds aufmunterende Wirkung / von welcher auch nicht wenig herrühret die zusamenziehende Stärke des Wassers / welche demselben vor vielen anderen den Vorzug gibet.
4. Sind die schweffelichten Theil anzusehen als balsamisch / besänfftigend / und Schmerzen linderend.
Hieraus können verständige / sonderlich in der Natur-Wissenschafft geübte Doctores, denen / und nicht den Vieh- und Stümpel-Arzten / vorgeschriebene Anatomie des Wassers / übergibe / ersehen / in was vor Zuständen dieses Heilwasser zugebrauchen / und namentlich / wie es einzurahten seye so wol innerlich / als äusserlich / denen Gall- und Miltz-süchtigen / welche von Zeit zu Zeit eine Menge gallichten Schleims in ihrem Magen / und Gedärmen samlen / und dessnahen so vielen Aufblähungen des unteren Leibs / als auch Verstopfung / und Verdickungen des Geblüts / Verdunklung der Geisteren / Unmuth / und Melancholie unterworffen sind / welchen nebst denen Ordinari-Wirkungen des Wassers wol dienet der gesunde Fläscher-Lufft / der edle Fläscher-Wein / der schöne Prospect, die angenähmen Spatziergänge / gute Gesellschafft / und andre dergleichen Gemüht-erfreuende Ding / die man nicht leicht anderstwo in compendio beysamen findt / wie hier die so genante Hypochondriaci, deren Gesellschafft in unseren Landen je mehr und mehr sich vergrösseret / werden bey dem doppleten innerlichen / und äusserlichen Gebrauch / oder auch bey diesem allein erfahren / sonderlich wann sie herkommen mit einem vorher gereinigten Leib / wie der gallichte Schleim aufgelösst / die Wind / oder Bläst zertheilt / die Verstopfungen in ihren kleinsten Aederlein weggehoben / das Geblüt verdünneret / die Geister aufgeweckt / und des ganzen Leibs Zäserlein gestärket werden. …
(Quelle: Hydrographia helvetica. Beschreibung der Seen/Flüssen/Brünnen/warmen und kalten Bäderen / und anderen Mineral-Wassern des Schweizerlands. Der Natur-Histori des Schweitzerlands zweyter Theil. Johann Jakob Scheuchzer. Zürich 1717)

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Das Gany-Bad.
Hernach folgende Beschreibung ist gezogen aus Herrn Georg Salutz / der dieses Bad 52. Jahr practiciert. Es ligt ob dem ersten Dorff im Prättigow / Seewiss genant / an einem luftigen wilden Orth.
Zween Brünnen quellen aus einem lebendigen Felsen / ein Klaffter von einander. Die ein Quell komt ab Gold / gibt auf dem Stein eine helle bolarische Tinctur / nicht rau roth / wie das Kupfer gibt / dergleichen Brünnen ad radicem montis fliessen. Der ander Brunn riechet lieblich von frischem temperierten Schweffel. Dieses Wasser ist auch reich an Vitriol und Resina Terrae, Erden-Wachss oder Oel genant / dann welcher nur 1 Stund darinn badet / befindet sich 14 Tag / als wann sein Haut mit sanfftem Oel gesalbet seye. Nächst bey des Brunnens Ursprung finden sich schöne Flores, oder Marchesitli, die halten Gold. Man hat bey meinem Gedenken daselbst ein Bergwerk aufrichten wöllen / ist aber durch eines Mannes Tod ersessen. Es ist auch nächst ob dem Ursprung ein Gämsengeläck / von grauer gesaltzener Materi / dahin gar offt scharen Gämsen kommen / auch viel da geschossen werden. Diese Adjuncta zeigen an / dass diese Refier gewiss reich seye an Mineralischen Schätzen / darab dieses Wasser fliessen thut. Das Wasser wird in Teuchlen herunter geführt ein Büchsenschuss weit / da gute Gelegenheit ist mit Behausung / Kessel / Holtz / etc. Nächst darbey den obgemeldten zweyen Brunnen-Quellen / ist neulich ein schöner Brunn erfunden worden / welcher schöne und gute Tugend hat / ein Aderen von Saltzwasser / und ein Aderen von Saurwasser / welches trefflich purgiert / und annähmlich zutrinken / auch schon allbereit probiert alten Leuthen / welche ein lange Zeit Purgatz bey ihnen gehabt / es stracks weggetrieben / ist auch von fürnehmen Doctoren in diesen Stucken gut eracht worden.
Dieses Bads Natur ist sehr hitzig, wie die Metall und Erfahrung mitbringt / desswegen seine Operation mächtig ist in erkalten Naturen / bey welchen das calidum radicale geschwächt ist / es seye gleich Weib- oder Mannspersonen / erwärmet es kräfftig / und stärkt die Natur.
Männer / so frigid & impotent waren / non natura, sed ex accidenti, haben in diesem Bad ihr Mannrecht erholet. Die Sciaticani oder Kaltgesücht heilet es. Für die Colicam Passionem oder Därmgrimmen ist es bewährt. Ist auch gut Kommlichkeiten des sauren Wassers zubekommen / dasselbig zugeniessen wer Lust hat.
Die Frauen / so erkaltete verschleimte Muter haben / deswegen sie nicht Kinder bekommen / diss Bad erwärmet und reiniget die Matricem, accommodiert sie zur Fruchtbarkeit durch Gottes Segen. Viel Exempel bezeugen es: Herr Landvogt Dietegen von Salis sel. hat 14. Jahr mit seinem Gemahel gehauset / und keine Kinder gehabt / als sie dieses Bad besucht / beschehrt ihnen Gott 6 Söhn. Landammann Turr von Zitzers hat 16. Jahr mit seiner Frauen gehauset / und keine Kinder gehabt / da sie dieses Bad gebraucht / haben sie angehnds Kinder bekommen. Dessgleichen Statthalters Tschanoyen Frau. Amman Martin Michels Frau von Seewyss war 53. Jahr alt / hat 7. Jahr ihre Sach nicht gehabt / besuchte diss Bad vonwegen ihrer Gliederen / wird gleich darauf schwanger / bekomt eine Tochter / Maria genant. Dergleichen wusste ich viel Beyspiel / ist nicht vonnöhten anzuziehen.
Viel Weiber weiss / so wegen strenger Geburt die Lacerten verstreckt / das Wasser nicht halten mögen / die sind durch Mittel diss Bads zurecht kommen.
Personen so lahm / strupiat / und man auf Pferden in das Bad geführt / sind hupfend und springend heim gegangen mit grosser Verwunderung.
Fieber / Gelbsucht / Wassersucht und Rohtruhr heilet es mit grosser Gnad.
Böse Schenkel und Leibflüss curiert es für andere Bäder. Herr Landshaubtmann Hans Enderle hat desswegen Baden / Pfefers / Fidris / Wallis / etc. besucht / hat aber Gany den Preiss gegeben.
Kleine Leistenbrüch an Weib- und Manns-Personen heilet es.
Desgleichen den reissenden Stein / Mangel der Blateren und Harns / Dysuria genant / desswegen viel Menschen Gott im Himmel danken.
Doch muss es in Gottesforcht und rechter Ordnung gebraucht werden / nicht unzeitig hinweg lauffen / sonder wie es sich gebürt / ausbaden / sonst macht man es nur ärger / wann die böss Materi zuwegen zogen / und nicht ausgeführt wird: gleiche Meynung hat es mit anderen Bäderen auch. So man fleissig badet / verrichtet man die Badenfahrt in 16. oder 18. Tagen / oder 3. Wochen am längsten. Am 5ten Morgen / wann alles erweycht / ist dienstlich ein wenig purgieren.
(Quelle: Hydrographia helvetica. Beschreibung der Seen/Flüssen/Brünnen/warmen und kalten Bäderen / und anderen Mineral-Wassern des Schweizerlands. Der Natur-Histori des Schweitzerlands zweyter Theil. Johann Jakob Scheuchzer. Zürich 1717)

Verschiedenes: Die vermissten Quellen des im Jahre 1798 durch die Österreicher zerstörten Bades Ganei bei Seewis sind laut Fr. Rh. durch eine Expedition, die sich die Aufsuchung des einst so berühmten Badwassers zum Ziele gesetzt hatte, aufgefunden worden. Man entdeckte oberhalb dem ehemaligen Bade in den Felsen des Tschingels vier verschiedene Quellen, von denen eine besonders reichlich fliesst. Das Wasser wird nun analysiert.
(Quelle: Alpina 1894)

In zirka zwei Stunden gelangt man von Seewis nach Ganey, dem ehemaligen Schwefelbad, welches der Churer Pfarrer und Arzt Georg Salutz schon im Jahre 1649 folgendermassen beschrieben hat:
«Zwen Brunnen quellen aus einem lebendigen Felsen ein Klaffter von einander, die ein quell kompt ab Gold, gibt auff dem stein eine helle polarische tinctur, nicht raw rot, wie das Kupfer gibt, dergleichen Brünnen ad radicem montis fliessen. Der ander Brunn riechet lieblich von frischem temperiertem Schwebel. Dieses Wasser ist auch reich an vitriol und rasina terrae, erdenwachs oder öl genannt, dann welcher nur 1 Stund darin badet, befindet 14 tag als wann sein haut mit sanfftem öl gebadet sei. – Dieses Bads-natur ist sehr hitzig, wie die metall und erfahrung mitbringt, desswegen sein operation mächtig ist in erkalten naturen, bei welchen das calidum radicale geschwecht ist, es seye gleich Weib oder Mannspersonen, erwärmet es kräfftig und stärkt die Natur.
Herr Landvogt Dietegen von Salis sel. hat 14 jahr mit seinem Gemahl gehauset und keine Kinder gehabt, alss sie dieses Bad besucht, beschehrt ihnen Gott 6 schöne söhn. Landa. Turz von Zizers hat 16 jahr gehauset mit seiner Frawen und keine Kinder gehabt, da sie dies Bad gebraucht, haben sie angentz Kinder bekommen. – Personen so lam, strupiert, und man auf pferden in das Bad geführt, sind hupffend und springend heim gegangen mit grosser verwunderung. – Fieber, Gelbsucht, Wassersucht und Rotruhr heylet es mit grosser gnad. Böse Schenkel und Leibflüss curirt es für andere Bäder. H. Landshauptmann Hans Enderle hat desswegen Baden, Pfäffers, Fideris, Wallis etc. besucht, hat aber Ganey den preiss gegeben».
Zu Sererhards Zeiten (1740) gehörte das Bad dem Gerichtsschreiber And. Ganser, von welchem es «renovirt und in einen guten Stand gebracht worden.» Im Kriegsjahre 1799 wurde es durch österreichische Truppen, welche über die Kleine Furka aus dem Montafun gekommen waren, zerstört. … Hier biwakierten die Truppen im tiefen Schnee und demolierten das Badgebäude, indem alles Holzwerk losgerissen und zu Wachtfeuern verwendet wurde. …
Von einer ehemaligen Goldgrube unweit des Bades schriebt Sererhard: «Nur wenig Büchsenschuss ob dieser Quelle sind noch Merkmale zu sehen von einer Goldgrub, die ein gewisser Lieut. Ganser zu bearbeiten angefangen hatte, ist aber durch einreissende Pestilenz und Kriegen ins Stocken geraten.» Noch weiter oben fand Sererhard einige kleine Gruben, von welchen ein Bauer sagte: «er habe gehört, es seyen vor Altem Bäder der wilden Leuthen gewesen.»
(Quelle: Alpina 1909)

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Das Friewiss-Bad.
Ligt zwischen Untervatz und der unteren Zollbruck / oder Tardisbruck / in der Herrschaft Zizers im Gottshauss-Pundt; führet / nach Herr Michael Lochers von Chur gemachter Prob Kupfer / Silber / Vitriol / Alet / Talk und gelblechte Erden. Sol dienen in Schwachheit des Magens und Gliederen / Raud / und anderen äusserlichen Schäden / erkalteten Füssen / Gelbsucht / Schwachheit der Leber und Lungen / Durchlauff / Rothen-Ruhr / Blut-speyen / Guldenen Ader-Fluss / Verstopfung der Monatlichen Reinigung / Lähme / Podagra / Miltze-Krankheit. So es getrunken wird / machet es Appetit, und treibet das Sand aus den Nieren.
(Quelle: Hydrographia helvetica. Beschreibung der Seen/Flüssen/Brünnen/warmen und kalten Bäderen / und anderen Mineral-Wassern des Schweizerlands. Der Natur-Histori des Schweitzerlands zweyter Theil. Johann Jakob Scheuchzer. Zürich 1717)

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Das Kalt-Bad in der Jeninser-Alp.
Eine Weil von Malans / in dem X. Grichten Pundt / wird gebraucht wider das Fieber und Raud.
Es wäre zuwünschen / dass man nicht nur von jetzt erzehlten / sondern auch anderen kalten Berg-Brünnen (dann zweifelsohne alle von gleichen Wirkungen / folglich auf allen Bergen / ja auch in Thäleren und Dörfferen dergleichen Wasser anzutreffen) mehrere und genaue Proben wurde machen / damit diese Materi zum Nutzen des Menschen in mehrere Heitere könte gebracht werden.
(Quelle: Hydrographia helvetica. Beschreibung der Seen/Flüssen/Brünnen/warmen und kalten Bäderen / und anderen Mineral-Wassern des Schweizerlands. Der Natur-Histori des Schweitzerlands zweyter Theil. Johann Jakob Scheuchzer. Zürich 1717)

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